Überhaupt Mantua
Pisanello Gonzaga Alberti Rubens Karl IV Romano Mantegna Palazzo del Te Camera degli Sposi Rotunda Margarethe von Tuszien Teatro Bibiena die Fischarkaden und und und alles schon gesehen. Mehrfach. Immer wiedern gut. Vermutlich könnte man ein Jahr in Mantua sein und noch immer nicht alles gesehen haben.
Die neuen Sensationen finde ich inzwischen anderswo.

Dieser Balkon etwa, so um 1850. Dergleichen sucht man in Deutschland vergeblich, das ging gar nicht, nicht mal als Allegorie, es ist schliesslich Deutschland. Der alte Kumpan Heinrich Heine wusste schon, warum es ihn über die Alpen zog. Und mit dem Herrn, der sich diesen einzigartigen Balkon an seinen Palazzo bauen liess, hätte ich gerne mal gegessen und ein wenig geredet. Ich glaube, der war ein ganz famoser Mann. Wie auch der hier:

Giovanni Marangoni. Mit nur 35 Jahren in den Verliessen des Vatikans verendet. Wie ist es wohl, wenn man gerade mal 35 ist und vom Kirchenstaat in einem finsteren Loch ermordet wird, weil man für die Freiheit und Aufklärung eintritt? Bitte: Das ist keine 150 Jahre her. Man sollte diese Marmortafel einem gewissen Herrn aus Rom um die Ohren unter die Nase halten, der hier mit seinem weinerlichen Gesülze über einen missverstandenen Juden aus Nazareth in allen Buchhandlungen steht. Mit 35 verrecken lassen. Das ist Kirche.