1 Kilometer
Es ist nicht besonders weit, von Gasse bis zum Osterberg oberhalb des Tegernsees, südlich von Gmund. Und es ist auch nicht der spektakulärste Teil des Höhenweges von Gmund nach Tegernsee, der hier seinen Anfang nimmt; man sieht weder den See, noch die höheren Berge und steilen Felshänge, es sei denn, man verlässt am Beginn von Gmund, an der Stelle der Aufnahme, die Strasse und steigt links über die Wiesen hinauf zum Osterberg - allerdings sollte man damit warten, bis die Wiese gemäht ist. Gerade jetzt steht sie wieder in voller Blüte, also bleibt man besser unten und geht der Nase und dem Geruch nach.

Weiter hinten riecht es unverschämt nach Walderdbeeren, die in den Hecken und unter den Bäumen versteckt sind - soweit sich diese rotgetupften Büschel überhaupt verstecken können. Es heisst, dass es auf den Wiesen später im Jahr auch viele Feldegerlinge zu finden gibt. Dieses kleine Tail ist nur durch einen mässig hohen Rücken vom Trubel unten an der Seestrasse und dem Strandbad getrennt, aber man ist hier schon vollkommen auf dem Land, und der erste 1000er ist nur ein paar Minuten entfernt. Normalerweise geht man dann rechts hinunter zum See, aber das schöne an diesem Weg ist das Wissen, dass es nicht sein müsste. Das hier ist ähnlich wie das Autobahnkreuz München Nord, das einen Fluchtweg nach Italien aufzeigt: Man muss nicht hinunter ins noble St. Quirin und ins überlaufene Tegernsee, man könnte auch auf halber Höhe bleiben, dann über ein paar Berge ins Inntal kraxeln oder radeln, von dort ist es dann nicht mehr weit nach Italien, und kaum eine oder zwei Wochen später wäre man je nach Reisegeschwindigkeit schon in Venedig. Es ist nur ein Kilometer, aber er ist sehr tröstlich angesichts der Befürchtungen, dass es mittelfristig doch vorbei sein könnte mit Roadster und Kurvenhatz.