Die Stunde der Abrechnung
donalphonsokommt für Sportwagenbesitzer an der Tankstelle. Wie viel die Dinger auch heute noch saufen, weiss ich aus gelegentlichen Ausfahrten mit anderem Gefährt: Der alte Audi Quattro genehmigte sich schnell mal 20 Liter auf 100 Kilometer, ähnlich viel braucht auch der neue SLK 350 im Stadtverkehr, gerne auch etwas mehr, und eine Bekannte hat schon mal satte 35 Liter durch den Auspuff des elterlichen Maseratis gejagt. Ganz übel in dieser Hinsicht soll übrigens auch der neue Alpha Spider sein, wo zu viel Gewicht mit zu durstigem Motor zusammen kommen. Bislang hatte ich bei der Barchetta das Gefühl, dass sich der Verbrauch in tolerierbaren Grenzen hält. Allein, eine Überprüfung blieb bislang aus. Nachdem aber diese Reise wegen der Handelsblattt-Lesung in Leipzig teilweise bezahlt wird, hat es mich interessiert, wieviel ich auf lange Strecken wie dem anstehenden Heimweg verbrauche. 519 Kilometer nach Südsüdwest, und dazu 43 frische Liter im Tank.

Die Idee geht wie folgt: Es ist Samstag Abend, es ist nicht viel Verkehr, ich fahre mit rund 120 km/h bei 3500 Umdrehungen im fünften Gang auf der A9 vom Prenzlauer Berg bis an das Ufer der Donau. 25 Kilometer Stadtverkehr, ein halbes Dutzend Baustellen, zwei kurze Zwischenstopps, Fahrzeit 4,5 Stunden. 120, weil ich, obwohl ich das früher beruflich getan habe und es auch kann, nicht gern rase und das für eine sinnvolle Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen halte. Wer partout rasen und Spannung will: Ich kenne ein paar Strecken, da kann man sich auch schon mit Tempo 50 in den Abgrund jagen. 120 auf der Autobahn ist entspannend, wenn man beim Überholen mal 140 erreicht, ist es auch kein Problem, aber es ist gut für Sicherheit und Umwelt. Natürlich darf auch beim Start richtig beschleunigt werden.
Als ich um 11 ankam, war alles glatt gegangen. Und immer noch Benzin im Tank. Ich bin heute noch mit offenem Verdeck über die Landstrasse nach Pfaffenhofen gefahren. Und wieder zurück. Bis vor die Haustür. 570 Kilometer mit 43 Liter, und da ginge vielleicht sogar noch was. Folglich hat die Barchetta trotz ihres Alters und des ruppigen Motors mit 131 PS bei schonender Fahrweise unter 7,5 Liter Super auf 100 Kilometer verbraucht. Das ist weniger, als der A3 meiner Mama mit eingeschalteter Klimaanlage braucht. Das ist richtig gut für so ein kleines Monstrum und den brüllenden Motor. Bleibt nur das dumme Gefühl, dass es die falschen 570 Kilometer waren. 570 Kilometer, damit kommt man auch über den Arlberg, die Brenner Staatsstrasse und über Sterzing und den Jaufenpass nach Meran. Und wieder zurück.
Und genau das, liebe Leser, werden wir dieses Jahr noch ausprobieren.