Über das GT Blog
donalphonsoMein Name im Netz ist Don Alphonso Porcamadonna und inzwischen so alt, dass mich die meisten hier draussen nur unter diesem Pseudonym kennen. Es ist mehr als nur ein Nick, unter dem Namen habe ich einen Roman geschrieben und ein Bluch über Blogs herausgegeben. Nebenbei betreibe ich mit Rebellmarkt und Blogbar zwei weitere nicht ganz unbekannte deutsche Weblogs. Bleiben wir also bei Don.
Das GT Blog entstand weniger aus einer Laune denn aus Unmut heraus. Am 25. Mai 2006, einem recht kalten Tag der Jahreszeit, die sich in Deutschland “Frühling” schimpft, war ich gerade erst aus Italien zurückgekommen und arbeitete noch die Bilder aus der Lombardei und Venetien ab. All die kräftigen, undezenten Farben, der bröckelnde Putz, die wuchernden Pflanzen und die Schlaglöcher unter dem azurblauen Himmel wirkten so anders als die sauber restaurierten Baudenkmäler vor meinem Fenster und das bleierne Grau, das hier die Horizonte begrenzt. Gleichzeitig überschlug sich das, was man vereinfachend als die Blogosphäre bezeichnet, in ihrem wirtschaftslastigen Teil mit Superlativen. Auf einem Kongress war man sich weitgehend einig, dass demnächst Blogs, Podcasts, Vlogs und Consumer generated Media sehr wichtig für neue Geschäftsmodelle werden würden. Ein paar Unternehmen überschwemmten Blogger mit Testangeboten für Autos, Laptops, Handies, Telefonkarten, und nichts war piefig und belanglos genug, nicht von dem ein oder anderen aufgegriffen zu werden, von dem man das nicht unbedingt erwartet hätte.
Man kann das beklagen, man kann aber auch etwas dagegen setzen. Es einfach besser machen. Ich glaube, dass die Qualität das marktkompatible Gerede verdrängen kann, an die Kraft der Erzählung, die der Mitteilung immer fehlen wird, an die Umwege, die die Freiheit geht und der Lust am Kleinen, Disharmonischen und Widerwärtigen am Wegesrand, die im Relevant Set des Wohlfühlens nichts verloren haben. Das klingt alles sehr hübsch, aber: Wenn ich ehrlich bin, muss ich diese Leidenschaften auch mitbringen, denn schon am ersten Tag dieses Blogs führt mich mein Weg nach Berlin.

Eine Sache noch: GT steht nicht nur für eine Kultur des Unterwegs Seins, für die Grand Tour, sondern auch für Gran Turismo. Die meisten Strecken werden im offenen Sportwagen zurückgelegt, soweit es das Wetter zulässt. Bitte das nicht misszuverstehen, ich bin kein banaler Schnösel aus besserem Haus, sondern ein Opfer der Umstände: Mein Wagen, eine Fiat Barchetta Baujahr 1995, hat mir meine kleine Schwester überlassen, und man hat darin die Wahl, sich entweder dem Wind direkt auszusetzen oder die Ohren durch das Pfeifen der Ritzen des geschlossenen Verdecks zu ruinieren - nicht umsonst trägt der Wagen den Spitznamen “Der pfeifende Tod”. Man kann sie durchaus einen GT nennen, mit 136 PS auf 1060 Kilo entsprechen die Fahrleistung in etwa einem 1950er Ferrari 195 Inter. Das reicht, wir wollen uns ja nicht derrennen, wir wollen von der Welt mehr sehen als das Gras von unten.